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Die Auswanderungs-Checkliste Portugal 2026: 78 Schritte, die wir selbst gegangen sind.

Wir haben in den letzten zwei Jahren jede dieser Stationen durchlaufen – von der ersten Recherche bis zum Hausbau an der Silberküste. Diese Liste ist das, was wir gerne früher gehabt hätten. Mit echten Kosten, echten Zeitangaben und den Stellen, an denen wir selbst gestolpert sind.

DIE PHASEN IM ÜBERBLICK
  1. Phase 1: Entscheidung und Recherche (Monat 1–2)
  2. Phase 2: Behörden und Konto vorbereiten (Monat 2–4)
  3. Phase 3: Erste Reise und Region-Entscheidung (Monat 3–5)
  4. Phase 4: Wohnen organisieren (Monat 5–8)
  5. Phase 5: Deutschland verlassen (Monat 8–11)
  6. Phase 6: Ankunft und Anmeldung in Portugal (Monat 11–12)
  7. Phase 7: Die ersten sechs Monate vor Ort
  8. Zusammenfassung: Was es insgesamt kostet

Eine Vorbemerkung: Diese Liste ist nicht für die Algarve-Rentner-Bilderbuch-Auswanderung gedacht, die in vielen Blogs beschrieben wird. Sie ist für Menschen, die wirklich nach Portugal ziehen, dort leben, arbeiten oder bauen wollen. Sie ist lang. Sie ist genau. Und sie spart euch wahrscheinlich mindestens dreißig Stunden Recherche und einige tausend Euro Lehrgeld.

Wir haben sie in sieben Phasen gegliedert, weil das Auswandern in Wellen passiert. Es gibt Phasen, in denen ihr viel macht, und Phasen, in denen ihr wartet. Wer alle 78 Punkte parallel angehen will, brennt aus, bevor er ankommt.

Phase 1: Entscheidung und Recherche (Monat 1–2)

Hier passiert das, was später alles entscheidet. Wer diese Phase überspringt und gleich nach Häusern sucht, bereut es. Garantiert.

Die ersten zehn Schritte

  1. Ehrliche Bestandsaufnahme schreiben. Warum wollt ihr wirklich nach Portugal? Nicht was klingt gut, sondern was stimmt. Steuern allein tragen kein Leben, das werdet ihr immer wieder hören. Schreibt fünf konkrete Gründe auf. Wenn vier davon negativ sind ("weg von..."), ist das ein Warnsignal.
  2. Familiäre Situation klären. Wer geht mit? Wer bleibt? Wenn ihr in einer Partnerschaft seid: Stimmt die andere Person wirklich zu, oder geht sie nur "mit"? Wir hatten dieses Gespräch oft – und es war nicht immer einfach.
  3. Finanziellen Rahmen festlegen. Was habt ihr für den Umzug? Was für eine Immobilie? Was als Puffer für unerwartete Kosten (mindestens 15.000 Euro Reserve sollten es sein)? Was ist euer monatliches Budget vor Ort?
  4. Berufliche Situation analysieren. Geht ihr in Rente? Arbeitet ihr remote weiter? Sucht ihr in Portugal Arbeit? Macht ihr euch selbständig? Jede Antwort hat andere Konsequenzen für Steuern und Versicherungen.
  5. Region grob eingrenzen. Algarve, Silberküste, Großraum Lissabon, Porto oder Alentejo? Lest unsere Übersicht zur Silberküste und vergleicht.
  6. Drei Bücher lesen. Nicht zehn, drei. Aktuelle. Unsere Empfehlung: ein praktischer Auswanderer-Ratgeber, ein Buch über portugiesische Kultur, und einen Sprachkurs starten.
  7. Portugiesisch-Kurs anmelden. Volkshochschule, Online-Plattform oder lokale Sprachschule – egal, aber anfangen. Auch wenn ihr nur eine Stunde pro Woche schafft. Wir lernen seit anderthalb Jahren und sind immer noch nicht fließend.
  8. Facebook-Gruppen beitreten. "Deutsche in Portugal", "Auswanderer Portugal", regionale Gruppen. Lest mit, postet erst später. Die ersten Wochen zuhören.
  9. Steuerberater finden. Einen, der sich mit Wegzug aus Deutschland und Portugal auskennt. Das ist keine optionale Position. Ein Erstgespräch kostet meist 150–300 Euro und spart später ein Vielfaches.
  10. Erstgespräch mit einer Begleitung. Mit uns oder einem anderen Anbieter. 20 Minuten, kostenlos – einfach um zu hören, wo ihr steht und was die nächsten Schritte sind.
UNSER FEHLER IN DIESER PHASE

Wir haben am Anfang zu viel parallel gelesen und zu wenig priorisiert. Drei Monate verstrichen, in denen wir uns informiert, aber nicht entschieden haben. Erst als wir die ersten konkreten Termine geplant haben, kam Bewegung rein. Setzt euch eine Deadline: "Bis Datum X haben wir die Region entschieden."

Phase 2: Behörden und Konto vorbereiten (Monat 2–4)

Jetzt wird's praktisch. Ohne NIF und Konto könnt ihr in Portugal nichts. Diese Phase macht ihr noch komplett aus Deutschland.

  1. NIF beantragen. Drei Wege: vor Ort (10 Euro), über Anwalt (150–300 Euro), oder remote bei Anchorless (99 Euro). Wir empfehlen Anchorless, weil es planbar ist. Bearbeitungszeit: 2–6 Wochen.
  2. Reisepass aktualisieren. Mindestens 12 Monate Gültigkeit beim Umzug. Personalausweis reicht für EU-Reisen, aber für manche Behördentermine wird Pass verlangt.
  3. Internationale Geburtsurkunde besorgen. Beim Standesamt eures Geburtsorts beantragen, Kosten ca. 10–25 Euro. Wird für Verträge und Behörden in Portugal manchmal verlangt.
  4. Apostille / Übersetzungen klären. Was muss übersetzt werden, was apostilliert? Im Zweifel mit dem Anwalt absprechen, der euch in PT vertritt.
  5. Portugiesisches Bankkonto eröffnen. Activobank, Millennium BCP, Caixa Geral oder Novobanco. Wir hatten gute Erfahrungen mit der Anchorless-NIF-plus-Konto-Kombination, sie kostet aktuell 458 Euro für beides zusammen.
  6. Neobank-Konto als Backup. N26 oder Wise. Damit überbrückt ihr die Anfangszeit und habt günstige internationale Überweisungen.
  7. Bestehendes deutsches Konto fortführen. Schließt es nicht zu früh. Mindestens das erste Jahr in Portugal solltet ihr ein deutsches Konto behalten – für Lastschriften, Rückzahlungen, Rente.
  8. Steuer-Vorgespräch. Mit eurem Steuerberater die geplante Wegzugsbesteuerung, das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Portugal und eure spezifische Situation klären. Der Termin sollte 60–90 Minuten dauern. Kosten typischerweise 200–400 Euro.
  9. Krankenversicherungs-Situation klären. Werdet ihr Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse mit S1-Formular (Rentner), wechselt ihr in eine private deutsche oder portugiesische Versicherung? Bei der Krankenkasse anrufen und Wegzug ankündigen.
  10. Rente: Auskunft einholen. Falls ihr in Rente geht: Bei der Deutschen Rentenversicherung den Wegzug ankündigen, S1-Formular erfragen, Auslandszahlung beantragen.

Phase 3: Erste Reise und Region-Entscheidung (Monat 3–5)

Bitte fliegt nicht im August. Wir wissen, das klingt komisch. Aber im August zeigt sich Portugal von einer Seite, die nicht stimmt: alles voll, alles teuer, alles touristisch. Fliegt im Februar, März oder November. Da seht ihr, wie das Leben wirklich ist.

  1. Erste Reise planen: mindestens 10 Tage. Kürzere Trips funktionieren nicht. Bucht ein Auto. Schlaft in dem Ort, der euch interessiert – nicht in einem Hotel an der Algarve, von dem aus ihr Tagesausflüge macht.
  2. Drei bis fünf Orte vor Ort erleben. Nicht zwanzig. Wer zu viele Optionen prüft, entscheidet schlecht. Wir hatten Bombarral, Caldas da Rainha, Óbidos und Lourinhã auf der Liste – und sind dabei geblieben.
  3. Maklertermine vereinbaren. Schreibt vorher zwei bis drei Makler an, schickt ein klares Anforderungsprofil (Budget, Größe, Lage), und prüft ihre Reaktion. Wer nicht antwortet oder zu drängend ist, fällt raus. Wir haben über OesteDomus unser Grundstück gefunden – kein Druck, klare Sprache.
  4. Banktermin in Portugal. Wenn ihr nicht remote eröffnet habt: Filialtermin vereinbaren, NIF und Pass mitbringen. Aktivierung kann eine Woche dauern.
  5. Steuerberater in Portugal kennenlernen. Wer länger als 183 Tage im Jahr in Portugal lebt, ist dort steuerpflichtig. Einen contabilista (auf Deutsch: Steuerberater / Buchhalter) zu haben, ist Standard. Erstgespräch typischerweise 50–100 Euro.
  6. Anwalt für Hauskauf ansprechen. Auch wenn ihr noch nicht kauft – holt euch zwei bis drei Angebote von Anwälten für die spätere Kaufabwicklung. Übliche Kosten: 1.500–2.500 Euro pauschal oder 1 Prozent vom Kaufpreis.
  7. Region-Entscheidung treffen. Nach der Rückkehr aus der ersten Reise: schreibt auf, welche Region und welcher Ort es ist. Keine Optionen, eine Entscheidung. Wenn ihr es nicht sagen könnt, plant eine zweite Reise.
  8. Wintersaison vor Ort verbringen (sehr empfohlen). Mietet für 4–8 Wochen ein Haus in eurer Wunschregion zwischen November und März. Das ist der härteste Test. Wer hier noch begeistert ist, ist richtig.
VERTIEFENDER ARTIKELSilberküste vs. Algarve: Der ehrliche Regionalvergleich
Vergleich lesen →

Phase 4: Wohnen organisieren (Monat 5–8)

Die meiste Energie geht in diese Phase. Sie entscheidet, wie ihr in Portugal wirklich lebt.

  1. Miete oder Kauf entscheiden. Unsere Empfehlung: Erst mieten, mindestens 6 Monate, dann kaufen. Wer direkt kauft, hat oft Reue. Ausnahme: ihr habt schon mehrere Aufenthalte in der Region hinter euch und seid sicher.
  2. Bei Miete: portugiesischen Mietvertrag verstehen. Contrato de arrendamento. Mindestlaufzeiten typischerweise 1 Jahr. Kaution oft 2 Monatsmieten plus 1 Monatsmiete im Voraus.
  3. Bei Kauf: konkretes Anforderungsprofil. Budget mit 10 Prozent Puffer, Quadratmeter, Lage, Zustand, Außenfläche. Wer wahllos sucht, sieht 60 Objekte und entscheidet sich für keins.
  4. Bei Kauf: 5–10 Häuser besichtigen. Nicht 20. Wer zu viele sieht, vergleicht permanent und kommt nie zur Entscheidung.
  5. Bei Kauf: Anwalt beauftragen. Vor der Promessa. Der Anwalt prüft Grundbuch (Certidão Permanente do Registo Predial), Steuer-Akte (Caderneta Predial), Bewohnungsbescheinigung (Licença de Utilização) und eventuelle Belastungen.
  6. Bei Kauf: Promessa-Vertrag verstehen. Contrato Promessa de Compra e Venda. Bindender Vorvertrag mit Anzahlung, typischerweise 10 Prozent. Bei Rücktritt durch Käufer: Anzahlung weg. Bei Rücktritt durch Verkäufer: doppelte Anzahlung zurück.
  7. Bei Kauf: IMT-Steuer kalkulieren. Übertragungssteuer. Bei einem 300.000-Euro-Haus zur Eigennutzung etwa 4.500–7.500 Euro, progressiv gestaffelt.
  8. Bei Kauf: Notartermin. Die Escritura – der offizielle Akt. Dauer typisch 30–45 Minuten. Mit Übersetzer wenn ihr noch kein Portugiesisch könnt (gesetzlich vorgeschrieben).
  9. Bei Neubau: Architekt finden. Drei bis fünf Angebote einholen. Honorar typisch 7–12 Prozent der Baukosten.
  10. Bei Neubau: Bauunternehmen finden. Wir haben mit Jorge Torneiro Unipessoal Lda. einen sehr soliden Partner. Drei Angebote einholen, Referenzobjekte besuchen.
  11. Bei Neubau: Baugenehmigung (Licenciamento). Bei der Câmara Municipal einreichen. Dauer typischerweise 6–12 Monate.
  12. Hausratversicherung organisieren. Bei portugiesischer Versicherung abschließen. Kosten typischerweise 150–400 Euro pro Jahr je nach Wert.
VERTIEFENDER ARTIKELHaus kaufen an der Silberküste: Der vollständige Käuferleitfaden
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Phase 5: Deutschland verlassen (Monat 8–11)

Der Abschied. Praktisch und emotional die anstrengendste Phase.

  1. Mit Steuerberater: Wegzugs-Zeitpunkt festlegen. Steuerlich kann es einen Unterschied machen, ob ihr im Januar oder im Juli wegzieht. Genau abstimmen.
  2. Deutsche Wohnung kündigen oder verkaufen. Kündigungsfristen prüfen. Bei Wohneigentum: Verkauf oder Vermietung entscheiden (jeweils unterschiedliche steuerliche Folgen).
  3. Möbel inventarisieren. Was kommt mit, was wird verkauft, was wird verschenkt? Realistisch: 30–50 Prozent kommen nicht mit. Portugiesische Häuser haben andere Größen.
  4. Internationale Möbelspedition anfragen. Drei Angebote. Kosten Hamburg/München nach Lissabon-Region typisch 3.000–8.000 Euro für eine Wohnung.
  5. Auto-Frage klären. Mitnehmen und ummelden (kompliziert, IMT auf Wert zu zahlen)? Hier verkaufen und drüben kaufen (oft einfacher)? Portugiesische Autopreise sind etwas höher als in Deutschland.
  6. Kfz-Versicherung in Deutschland kündigen / Auto verkaufen. Bei Mitnahme: Versicherung bis zur Ummeldung in PT weiterführen.
  7. Strom-, Gas-, Wasser-, Internet-Verträge in Deutschland kündigen. Sonderkündigungsrecht bei Wegzug ins Ausland prüfen.
  8. GEZ abmelden. Beim Beitragsservice mit Wegzugsbestätigung.
  9. Versicherungen in Deutschland aufräumen. Haftpflicht, Hausrat, Rechtsschutz, Berufsunfähigkeit – was bleibt, was wird gekündigt? Achtung: deutsche BU oft im Ausland weiter gültig, lohnt sich oft.
  10. Adressänderungen vorbereiten. Bank, Versicherungen, Vereine, Abonnements – Liste anlegen und sukzessive abarbeiten.
  11. Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post. Sechs Monate ins Ausland kosten aktuell ca. 60 Euro.
  12. Originaldokumente sortieren. Zeugnisse, Versicherungspolicen, Verträge, Geburtsurkunden, Heiratsurkunden – alles in einen separaten Koffer oder Ordner, der persönlich mitreist (nicht in den Container).
  13. Digitalisieren. Wichtige Dokumente einscannen, verschlüsselt in der Cloud ablegen. Zugriff von überall.
  14. Bei Kindern: Schule in Portugal anmelden. Mindestens 3 Monate vor Schuljahresbeginn. Übersetzte Zeugnisse, Impfausweis, Geburtsurkunde.
  15. Tier-Mitnahme organisieren. EU-Heimtierausweis, aktuelle Tollwutimpfung, Chip. Bei Flug: Kennel und Tierarzt-Bestätigung.
  16. Abmeldung beim Einwohnermeldeamt vorbereiten. NICHT zu früh abmelden – sonst Probleme mit Krankenversicherung und Steuer. In Abstimmung mit Steuerberater.
WICHTIG ZUR ABMELDUNG

Wer sich in Deutschland abmeldet, verliert sofort die gesetzliche Krankenversicherung (außer S1-Anbindung). Wer keinen Anschluss organisiert hat, ist ohne Schutz. Plant das Datum minutengenau: Abmeldung Deutschland und Anmeldung Portugal in derselben Woche, idealerweise so dass Krankenversicherung lückenlos läuft.

Phase 6: Ankunft und Anmeldung in Portugal (Monat 11–12)

Ihr seid da. Die ersten vier Wochen sind hektisch, danach beruhigt es sich.

  1. Strom, Wasser, Gas anmelden. Bei Eigentum: über den Notarakt automatisch oder kurz danach. Bei Miete: Vormieter ab- und euch anmelden. Anbieter EDP, Galp, Endesa, Iberdrola.
  2. Internet bestellen. MEO, NOS, Vodafone oder NOWO. Glasfaser typisch 30–45 Euro, Lieferzeit 2–4 Wochen.
  3. Portugiesisches Mobiltelefon-Abo. Vodafone, MEO, NOS. Pakete mit 30 GB ab 10 Euro. Wer ein deutsches Mobilfunknummer behält: Roaming innerhalb EU ist gratis, aber portugiesische Nummer hilft bei Behörden.
  4. CRUE beantragen. Bei der Câmara Municipal eures Wohnortes. Reisepass, NIF, Mietvertrag oder Kaufurkunde, 15 Euro. Wartezeit für Termin manchmal 4–8 Wochen, also früh anmelden.
  5. SNS-Nummer beantragen. Beim örtlichen Gesundheitszentrum (Centro de Saúde). Mit CRUE, NIF und Pass. Kostenlos.
  6. Hausarzt zuweisen lassen. Beim Gesundheitszentrum. Wartezeiten regional verschieden – in Caldas da Rainha typisch 1–2 Monate, in ländlichen Gebieten manchmal länger.
  7. Private Krankenversicherung abschließen (optional). Médis, Multicare, Allianz Portugal. Vergleichsangebote über unabhängigen Makler. Kosten je nach Alter 30–150 Euro pro Monat.
  8. Steuerlichen Wohnsitz in Portugal eintragen lassen. Beim Finanzamt (Loja de Finanças). Bringt eure CRUE-Bescheinigung mit. Damit beginnt eure Steuerpflicht in Portugal.
  9. Auto ummelden (falls mitgenommen). Beim IMT (Instituto da Mobilidade e dos Transportes). Frist: 12 Monate. Kosten variabel.
  10. Portugiesischen Führerschein-Umtausch beantragen. EU-Führerschein bleibt gültig, aber Anmeldung des Wohnsitzwechsels beim IMT ist Pflicht.
  11. Verein, Sportclub, Kursangebote suchen. Wichtig für Integration. Junta de Freguesia (Ortsteilverwaltung) hat oft Übersichten.
  12. Lokale Sprachschule suchen. Portugiesisch-Kurs für Anfänger oder Fortgeschrittene. Wer dachte, im Land lernt man von allein, irrt.

Phase 7: Die ersten sechs Monate vor Ort.

Jetzt geht es um Integration, nicht mehr um Logistik. Diese Phase wird oft unterschätzt.

  1. Nicht in die deutsche Blase fallen. Wer nur deutschen Kontakt hat, lernt nichts. Sucht aktiv portugiesischen Anschluss – Sportverein, Markt, Café.
  2. Mindestens drei portugiesische Routinen entwickeln. Bestimmtes Café morgens, fester Markttag, Stammrestaurant. Routinen schaffen Vertrautheit.
  3. Behörden-Korrespondenz auf Caixa Postal Eletrónica umstellen. Digitales Postfach für Finanzamt, sehr empfehlenswert. Erspart Papier-Briefe.
  4. Erste portugiesische Steuererklärung vorbereiten. Mit eurem contabilista. Abgabe typisch April–Juni.
  5. Wartung der Immobilie planen. Wer ein Haus hat: regelmäßige Inspektionen, besonders nach Wintersturm. Wir haben unsere Liste schon vor dem Einzug.
  6. Notfallplan im Kopf haben. Was passiert bei Krankheit, Tod, Rückkehrwunsch? Wer trifft Entscheidungen wenn man selbst nicht kann? Vorsorgevollmacht in beiden Sprachen.
  7. Mit Steuerberater die Jahresplanung machen. Wann fällt was an? IMI im Herbst, Steuererklärung im Frühjahr, IUC (Kfz-Steuer) zum Jahreswechsel.
  8. Sich selbst Zeit geben. Sechs Monate Eingewöhnung sind normal. Wer nach drei Wochen nicht "angekommen" ist, ist nicht im Rückstand.
  9. Zwischenbilanz nach 6 Monaten. Ehrlich: passt das? Was funktioniert, was nicht? Wer das ignoriert, wird unzufrieden ohne zu wissen warum.
  10. Zwischenbilanz nach 12 Monaten. Erste vollständige Steuererklärung gemacht, alle Behörden durch, einen Winter überstanden. Jetzt seid ihr wirklich da.

Zusammenfassung: Was es insgesamt kostet.

Ehrliche Kostenrechnung für ein deutsches Paar, das nach Portugal zieht und ein Bestandshaus kauft. Ohne Wohnkosten in Deutschland während der Übergangszeit, ohne Renovierung.

PositionRealistisch
NIF (beide Personen, über Anchorless)198 €
Bankkonto (über Anchorless inkl. NIF Paket)458 € statt 198 € + 260 €
Steuerberater Deutschland (Wegzug)400–800 €
Anwalt Portugal (Hauskauf)1.500–2.500 €
Notarkosten / Eintragung1.200–2.000 €
IMT-Steuer (300.000 € Haus)4.500–7.500 €
Stempelsteuer (Imposto do Selo)2.400 € (0,8 %)
Übersetzungen, Apostille, Beglaubigungen200–500 €
Internationale Möbelspedition3.000–8.000 €
Erste Reise (10 Tage, 2 Personen)1.200–2.500 €
CRUE, SNS, IMT-Auto-Ummeldung50–500 €
Summe Nebenkosten und Setup15.000–27.500 €

Dazu kommt der Kaufpreis der Immobilie. Plus erste laufende Kosten: zwei Monate Lebenshaltung als Puffer (etwa 2.500–4.000 Euro). Plus Möbel, Geräte, kleinere Anschaffungen für das neue Zuhause (variabel, oft 5.000–15.000 Euro).

Wer ein Bestandshaus für 250.000 Euro kauft und realistisch plant, sollte zusätzlich zum Kaufpreis 35.000–55.000 Euro für den Gesamtumzug einkalkulieren. Wer eine Wohnung mietet statt zu kaufen, kommt mit 8.000–14.000 Euro Setup-Kosten aus.

FINAL: WARUM DIESE LISTE FUNKTIONIERT

Weil sie nicht aus zehn Google-Suchen zusammengeschrieben ist, sondern aus echten Gesprächen mit Behörden, Banken, Anwälten und Auswanderern – und aus dem, was wir selbst gerade durchlaufen. Wir haben unsere NIFs, unser Konto, unser Grundstück, und unser Haus ist im Bau. Wenn ihr fragen habt, die diese Liste nicht beantwortet, sprecht uns an.

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