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Blog · Bürokratie & Visa

D7-Visum Portugal 2026:
Was Deutsche wirklich wissen müssen.

Das D7-Visum ist für viele DACH-Auswanderer ein zentrales Thema – obwohl deutsche Staatsbürger es gar nicht brauchen. Wir klären auf, für wen es relevant ist und wie der Prozess läuft.

VON TAMER & JANICE · MAI 2026 LESEZEIT: CA. 8 MIN

Das Wichtigste vorweg: Deutsche brauchen kein D7-Visum.

Als EU-Bürger haben Deutsche das Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU. Ihr könnt ohne Visum nach Portugal einreisen, dort wohnen, arbeiten und euch anmelden – ohne Genehmigung, ohne Einkommensnachweis, ohne Mindestaufenthaltsdauer.

Was ihr tun müsst: Nach der Einreise den Wohnsitz in Portugal anmelden (CRUE-Bescheinigung), euren NIF beantragen und euch bei der Sozialversicherung registrieren. Das ist bürokratisch, aber kein Visum-Prozess.

Wichtig: Wenn euer Partner, Elternteil oder Kind kein EU-Bürger ist, wird es komplexer. In diesem Fall empfehlen wir dringend einen Anwalt – das ist kein DIY-Prozess.

Was ist das D7-Visum – und für wen ist es gedacht?

Das D7-Visum (offiziell: Visto de Residência para Atividade Profissionais Independentes e Reformados) ist ein portugiesisches Aufenthaltsvisum für Nicht-EU-Bürger. Zielgruppe: Rentner, Freiberufler mit Fernarbeit, Personen mit passivem Einkommen (Mieten, Dividenden, Kapital).

Wer davon profitiert: Schweizer, Briten (post-Brexit), Amerikaner, Kanadier – alle, die nicht automatisch das EU-Freizügigkeitsrecht haben.

Voraussetzungen für das D7-Visum 2026.

Stand Mai 2026 – Zahlen können sich ändern, immer beim zuständigen Konsulat prüfen:

  • Einkommen Hauptperson: ca. 820 €/Monat netto (100% des portugiesischen Mindestlohns, derzeit 870 €/Monat – Richtwert kann variieren)
  • Partner: zusätzlich 50% des Mindestlohns (~410 €/Monat)
  • Jedes Kind: zusätzlich 30% (~260 €/Monat)
  • Nachweis: Kontoauszüge der letzten 3–6 Monate, Rentennachweis oder Einkommensteuerbescheid
  • Wohnsitznachweis: Mietvertrag oder Kaufvertrag für Portugal
  • Strafregisterauszug: Beglaubigt, nicht älter als 3 Monate
  • Krankenversicherung: Nachweis für Portugal-Aufenthalt

Der Antragsprozess Schritt für Schritt.

Schritt 1: Vorbereitungsphase (2–3 Monate vor Antrag)

Alle Dokumente zusammenstellen. In Deutschland beglaubigen lassen (notariell oder Apostille). Kontoauszüge auf ausreichendes Einkommen prüfen. Mietvertrag oder Kaufnachweis in Portugal beschaffen.

Schritt 2: Antrag beim portugiesischen Konsulat in Deutschland

Der Antrag wird beim portugiesischen Generalkonsulat gestellt – in Deutschland in Frankfurt, Hamburg oder München, je nach Wohnsitz. Termin buchen, Unterlagen einreichen, Gebühr zahlen (ca. 90–110 €).

Schritt 3: Bearbeitungszeit und Entscheidung

Die Bearbeitungszeit schwankt stark: 4–12 Wochen sind üblich, Verzögerungen bis zu 6 Monaten sind dokumentiert. Plant großzügig. Das Konsulat meldet sich schriftlich.

Schritt 4: Einreise und Aufenthaltserlaubnis (Autorização de Residência)

Mit dem D7-Visum (zunächst 4 Monate gültig) nach Portugal einreisen und dort beim SEF (jetzt AIMA) die eigentliche Aufenthaltserlaubnis beantragen. Das ist der kritische Schritt – AIMA-Termine sind rar, frühzeitig buchen.

Die 4 häufigsten Fehler beim D7-Antrag.

Fehler 1: Dokumente sind abgelaufen oder falsch beglaubigt

Strafregisterauszüge dürfen nicht älter als 3 Monate sein. Deutsche Dokumente brauchen eine Apostille oder notarielle Beglaubigung plus beglaubigte Übersetzung ins Portugiesische.

Fehler 2: Kein portugiesischer Wohnsitznachweis

Das Konsulat verlangt, dass ihr bereits eine Adresse in Portugal habt – bevor ihr eingereist seid. Das klingt absurd, ist aber so. Lösung: Mietvertrag aus der Ferne abschließen oder einen seriösen Anwalt beauftragen.

Fehler 3: AIMA-Termin zu spät gebucht

Das D7-Visum ist nur 4 Monate gültig. In dieser Zeit muss der AIMA-Termin stattgefunden haben. Termine sind manchmal Monate im Voraus ausgebucht. Buchen, sobald das Visum in der Hand ist.

Fehler 4: Ohne Anwalt versuchen

Technisch ist das möglich. Praktisch kostet ein Fehler Monate Verzögerung. Ein guter Immigrationsanwalt kostet 800–1.500 € und ist die Investition in den meisten Fällen wert.

Häufige Fragen zum D7-Visum.

Brauchen Deutsche ein D7-Visum für Portugal?

Nein. Als EU-Bürger haben Deutsche das Recht auf Freizügigkeit. Das D7-Visum ist ausschließlich für Nicht-EU-Bürger relevant.

Kann man das D7-Visum verlängern?

Ja. Nach der ersten Aufenthaltserlaubnis (1 Jahr) kann auf 2 Jahre verlängert werden. Nach 5 Jahren hat man Anspruch auf dauerhafte Aufenthaltserlaubnis oder portugiesische Staatsbürgerschaft.

Wie lange muss man in Portugal aufhalten?

Mindestens 183 Tage/Jahr in Portugal, um die Aufenthaltserlaubnis zu erhalten und zu behalten. Das begründet auch die steuerliche Ansässigkeit in Portugal.

Was kostet das D7-Visum insgesamt?

Konsulatsgebühr: ca. 90–110 €. Apostillen und Übersetzungen: 200–500 €. Anwalt (empfohlen): 800–1.500 €. Gesamt realistisch: 1.200–2.100 €.

Unser Fazit.

Das D7-Visum ist kein Thema für deutsche Staatsbürger – aber ein häufig gesuchtes Keyword, deshalb dieser Artikel. Wenn ihr als DACH-Auswanderer Fragen zu eurem Prozess habt (NIF, Wohnsitzanmeldung, Steuer, Region), dann sprecht einfach mit uns.

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